50 Jahre Gemeindezentrum Oberfischbach

Skizze des geplanten Baus aus dem
Gemeindebrief von 1975
Hinter unserer Johanneskirche, die seit Jahrhunderten den Mittelpunkt des Dorfes bildet und das Dorfbild prägt, versteckt sich unser Gemeindezentrum. Aus der Ferne fast unsichtbar. Aus der Nähe ein Raumwunder mit vielfältigen Möglichkeiten für eine lebendige Gemeindearbeit.
Heute kaum noch wegzudenken, war es doch nicht unumstritten. Seine Errichtung war ein Kraftakt, der nur mit der Hilfe der ganzen Gemeinde gelungen ist. Seit 50 Jahren dient es nun der Gemeindearbeit.
Der Anlass für den Bau war allerdings keine „Vision“ für moderne Gemeindearbeit, sondern eine große Not: Anfang der 70er Jahre wurde deutlich, dass die Gemeinde durch die kommunalen Pläne zum Straßenneubau ihre bisherigen Räumlichkeiten für die Gemeindearbeit in Oberfischbach verlieren würde. Damit dies nicht passiert, wurde vorsorglich und weitblickend gehandelt.
Was im Einzelnen geschah soll in den nächsten folgenden Textabschnitten in großer Dankbarkeit gegen Gott und großem Respekt vor den Akteuren erzählt
werden.
Bau unseres Gemeindezentrums
Anfang der 70er Jahre plante die Kommune den Neubau der Hauptstraße Richtung Niederndorf (L 565). Dafür sollte der Konfirmandensaal mit der dort befindlichen Schwesternwohnung und die angemieteten Räumlichkeiten in der Schule in der Heuslingstraße abgerissen werden.
Damit hätte die Kirchengemeinde keine Räumlichkeiten mehr für die Gemeindearbeit im 1. Bezirk der Gemeinde gehabt. Es gab nur noch die Räumlichkeiten im
2. Bezirk der Gemeinde in der Alten Schule in Niederndorf, die Anfang der 70er Jahre mit erheblichem Aufwand renoviert worden waren.
Diese Räumlichkeiten waren aber bei weitem nicht für die Größe der damaligen Gruppen und Veranstaltungen ausreichend. Daher wurden noch unter Pastor Adam von Baukirchmeister August Müller 1972 erste Pläne für den Bau eines Gemeindezentrums mit Räumlichkeiten für 300 Personen an der Kirche
gemacht.
1972 schreibt Pastor Adam im Gemeindebericht: „Nachdem die verschiedenen Behörden sich intensiv mit dem Problem der Ortskernsanierung befassen und
damit gerechnet werden muss, dass der Konfirmandensaal und die Schwesternwohnung abgebrochen werden müssen, beschäftigt sich das Presbyterium mit den ersten Vorbereitungen für den Plan eines Gemeindezentrums in Oberfischbach, das erstens Ersatz für den aufzugebenden Raum bieten und zweitens der Gesamtgemeinde für die Durchführung von Veranstaltungen zur Verfügung stehen soll.“
Architekt Blöcher aus Kreuztal wurde mit der Anfertigung eines Entwurfes beauftragt. Dabei sollte die exponierte Stellung der Kirche berücksichtigt und die Denkmalbehörden mit einbezogen werden. Wie zu erwarten gab es Widerstände seitens des Landeskirchenamtes und des Kirchenkreises, die eine
Beeinträchtigung des Dorfbildes mit der denkmalgeschützten Kirche befürchteten. Doch dadurch ließ sich die Kirchengemeinde nicht aufhalten.
Nach Einarbeitung etlicher Korrekturwünsche wurde die geplante Finanzierung durch den Finanzausschuss des Kirchenkreises Ende 1974 genehmigt und am 15. April 1975 konnte der Bauantrag gestelltwerden.
Michael Junk


